Heckenhöhe zum Nachbarn - darauf müssen Sie achten.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Heckenhöhe zum Nachbran keine Sicht- und Lichteinschränkungen und unzumutbare Beeinträchtigungen hervorrufen darf.


Vielerorts gibt es bei aneinander grenzenden Grundstücken Ärger, weil die Heckenhöhe zum Nachbarn zu hoch ist. Um Streitigkeiten zu vermeiden, sollten Sie sich über die rechtliche Situation informieren.

 

Unzumutbare Heckenhöhe zum Nachbarn

  • Der Gesetzgeber schreibt vor, dass der Heckenhöhe zum Nachbarn Beschränkungen unterliegen, und zwar insofern, als zum Beispiel eine Thuja-Hecke als Eingrenzung Ihres Grundstücks dem Nachbargrundstück weder Luft noch Licht entziehen darf oder zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung führt.

 

  • Die Unzumutbarkeit bedeutet, dass ein ansonsten sonniger Garten des Nachbarn durch Ihre Bepflanzung völlig im Schatten liegt. Selbstverständlich haben Sie das Recht, auf Ihrem Grund und Boden anzupflanzen, was Sie wollen, hingegen darf Ihre Gärtnerlust nicht derart ausarten, dass Sie dabei Rechte und Interessen Ihres Nachbarn beeinträchtigen. Die Beurteilung einer Unzumutbarkeit ist selbstverständlich auch eine Frage der Nutzung des Nachbargundstücks.

 

  • Hier wird unterschiedlich beurteilt, je nachdem, ob das benachbarte Grundstück Wald, Wiese oder Baugrund ist. Ein kleiner Steifen entlang der Grenze Ihres Grundstücks gilt nicht als unzumutbare Beeinträchtigung. Insbesondere aber ist natürlich die Unmöglichkeit, seine Solaranlage richtig zu nutzen, ein triftiger Grund für Ihren Nachbarn, sich zur Wehr zu setzen, auch, wenn zum Beispiel ein hoher Baum auf die Sandkiste der Nachbarskinder kippen könnte.

 

Nicht selbst zur Heckenschere greifen

  • Auch wenn sich Ihr Nachbar durch Ihre Heckenhöhe zum Nachbarn belästigt fühlt, darf er nicht selbst zur Heckenschere greifen. Überhängende Zweige sowie zu ihm hinüber wachsende Wurzeln darf er zwar entfernen, dies muss auf seine Kosten geschehen und er muss fachgerecht vorgehen beziehungsweise das Gedeihen der Pflanze nicht gefährden.

 

  • Abgesehen von der Gesetzeslage ist jedoch ein guter Wille, mit Ihren Nachbarn in einem angenehmen Verhältnis zu leben, am wichtigsten. Schließlich verbringen Sie im Garten die schönsten Tage des Jahres und Sie würden sich selbst die Freude verderben, wenn Sie mit Ihrem Nachbarn nur im Streit kommunizieren.

 

  • Das heutige Nachbarrecht hat sich aus dem ursprünglichen Gewohnheitsrecht des Nachbarschaftsverhältnisses entwickelt. Das nunmehr gültige Nachbarrechtsgesetz ist jedoch in den verschiedenen Bundesländern uneinheitlich und eine diesbezügliche Detailinformation zur Klärung offener Fragen sollten Sie in jedem Falle bei Ihrem zuständigen Gemeindeamt anfordern.