Biersorten: Eine Übersicht

Die verschiedensten Biersorten der Welt unterscheiden sich – manchmal sogar schon auf regionaler Ebene – vor allem in Brauprozess und Geschmack.


Auf der ganzen Welt gibt es eine unglaubliche Vielzahl an Biersorten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen obergärigem und untergärigem Bier, die sich nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Herstellungsweise unterscheiden.

Obergärige Biere

  • Mit obergäriger Hefe hergestellt verfügen diese Biere über komplexes, oftmals fruchtiges Aroma. Neben Hefe, Gerstenmalz und Wasser ist es hier erlaubt, zusätzliche Zutaten wie Zucker oder Dinkelmalz einzusetzen. Die Herstellung erfordert relativ hohe Gärtemperaturen von 15 bis 22 Grad Celsius. Historisch gesehen reichen die Wurzeln dieses Verfahrens in Mitteleuropa am weitesten zurück und das obergärige Bier ist heute noch vor allem in Belgien, Großbritannien und im süddeutschen Raum sehr beliebt. Hier zählen Ale, Altbier, Kölsch, Stout und Weizenbier zu den bekanntesten Biersorten.
  • Das Ale ist das wohl vielfältigste Bier und sein besonderes Charakteristikum ist die nur sehr dünne, schnell zerfallende Schaumschicht. Altbier ist meist sehr dunkel. Seinen Namen bekam es auf Grund seiner alten, traditionellen Brauart. Das Kölsch zählt genau genommen auch zu den Altbieren, muss jedoch immer hell, blank filtriert und hofpenbetont sein. Welches Bier sich Kölsch nennen darf, ist in den Kölsch-Konventionen streng geregelt.
  • Ein schwarzbraunes, eher bitteres Bier ist das Stout, welches vor allem im englischsprachigen Raum beliebt ist und dessen wohl populärster Vertreter das weltweit bekannte Guinness ist. Weizenbier, im bayerischen Raum auch Weißbier genannt, muss mindestens zur Hälfte aus Weizenmalz hergestellt werden. Am meisten verbreitet ist in Deutschland das helle Hefeweizenbier.

Untergärige Biere

  • Diese Biere werden mit niedrigen Temperaturen unter zehn Grad Celsius und untergäriger Hefe hergestellt. Durch den verlangsamten Stoffwechsel bildet sich der Geschmack von Hopfen und Getreide stärker aus und man spricht hier von sehr klaren, reinen Bieren. Sie haben eine lange Lagerzeit, sind jedoch auch länger haltbar. Weit verbreitet sind Export- und Lagerbier, Märzen, Pils und Schwarzbier.
  • Zum Exportbier zählen dunkle und helle Vollbiere. Früher wurde dieses Bier wegen seiner längeren Haltbarkeit hauptsächlich für den Export gebraut und erhielt so seinen Namen. Sein kräftiger Geschmack und höherer Alkoholgehalt machten es auch auf dem heimischen Markt schnell beliebt.
  • Der Begriff Lagerbier bezeichnet verschiedene Biersorten mit einem Stammwürzegehalt unter zwölf Prozent, welche nur schwach gehopft sind. Den Namen erhält dieses Bier wegen seiner guten Lagereigenschaften. Das im Geschmack kräftige Märzen wurde früher zur Überbrückung der warmen Jahreszeit gebraut und ursprünglich auf dem Münchner Oktoberfest ausgeschenkt.
  • Das Pils wurde nach der böhmischen Stadt Pilsen benannt und besitzt einen erhöhten Hopfengehalt und ist somit bitterer. Schwarzbier ist ein dunkles Vollbier, das seine Farbe von Brau- oder Röstmalz erhält. Das Stammwürzegehalt dieses Bieres muss mindestens elf Prozent betragen.

Spezialbiere

  • Eine Besonderheit stellen Starkbiere wie das Bockbier dar. Mit einer Stammwürze von mindestens 16 Prozent werden diese Biere sowohl unter- als auch obergärig hergestellt. Auch das alkoholfreie Bier nimmt einen gesonderten Stellenwert unter den Biersorten ein.
  • Mit Hilfe eines Dialyseverfahrens erzeugt, enthält es nur noch einen sehr geringen Restalkohol und hat einen Marktanteil von etwa drei Prozent. Das unter- oder obergärige Rauchbier erhält durch beigefügtes geräuchertes Malz seinen Geschmack, der etwas gewöhnungsbedürftig erscheint.